Die Konzentration im Snooker im Vergleich zu anderen Sportarten

The Rocket gegen The Magician, das klingt wie The Power gegen Mighty Mike. Klingt wie Darts. Ist es aber nicht. Zum Glück. Das finden nicht nur Snookerspieler, denen Darts zu laut, zu ruppig, zu biergetränkt ist. Finden aber auch Dartsspieler, die ob der feinen Snooker-Etikette die Nase rümpfen und finden, dass ein bisschen Party auch dem Snooker-Sport guttäte. Snooker und Darts mögen einen ähnlichen Ursprung haben: den Kneipensport. Von dort hat sich Snooker auf professioneller Ebene aber sukzessive wegentwickelt, während Darts auch in der Weltspitze noch möglichst viel Kneipenflair versprühen will.

 

 

Snooker und Darts vergleichen

 

Ähnlich wie Snooker ist auch Darts ein Präzisionssport, der starke Nerven erfordert – davon bekommt manch einer im Publikum aber wenig mit. Bei großen Dartsveranstaltungen wird im Publikum – Pardon! – gesoffen. Schon Stunden vor Beginn finden sich die meist feierwütigen Engländer (oder Holländer oder Iren oder Schotten) ein, der eine verkleidet in den Farben seines Landes, der andere im Superman-Kostüm. Auf den Tischen stehen Pints voller Bier, Fußballgesänge werden angestimmt. Je länger ein Abend, desto volltrunkener die Gäste. Selbstverteidigungs-Fähigkeiten müssen hier tatsächlich manchmal eingesetzt werden!

Die besten Dartsprofis der Welt haben sich an diese Atmosphäre gewöhnt; es ist auch ihre Leistung, das Drumherum auszublenden, wenn sie den nächsten Pfeil unbedingt in ein bestimmtes Feld setzen müssen, oder die Ovationen des Publikums sogar zu nutzen, um sich zu Höchstleistungen zu pushen. Im Snooker wäre all dies undenkbar – wirklich? Es überraschte, als Ronnie O’Sullivan nach dem Besuch einer Darts-WM im Londoner AllyPally twitterte: Dartsspieler sind die neuen Rockstars. Ich würde es lieben, in solch einer Atmosphäre zu spielen.

Jeder, der damit nicht klarkommt, soll nach Hause fahren. Zwar gilt Darts als die am schnellsten wachsende Indoor-Sportart der Welt und ist damit ein ernsthafter Konkurrent für Snooker, was die Publikumsgunst und die Einschaltquoten im TV betrifft. Sogar, wenn es darum geht, welche Sportart wohl die größeren Chancen hätte, ins Olympiaprogramm aufgenommen zu werden.

 

Ruhe und Konzentration beim Snookerspiel

 

Im Grunde geht es aber in Ordnung, dass es beim Snooker deutlich gediegener zugeht. Der Sport würde einiges von seiner Magie einbüßen, herrschte hier eine ähnliche Stimmung wie beim Darts. Snooker lebt von der Ruhe, der Konzentration. Davon, dass sich sämtliche Augenpaare des Publikums auf einen kleinen Punkt auf dem grünen Tischtuch fokussieren.

In völliger Stille, nicht mal ein Handy darf gezückt werden, weil das Blitzlicht dem Spieler die Konzentration rauben könnte. Niemand darf sich während eines Stoßes im Publikum erheben oder umherlaufen; der Mann oder die Frau am Tisch könnten dies im Augenwinkel bemerken und sich gestört fühlen. Natürlich darf beim Snooker ebenfalls gejubelt werden, jedoch erst nach getaner Arbeit, wenn der Ball gelocht, der Frame gespielt ist.

 

Beim Snooker darf auch gejubelt werden

 

Bierduschen und Leichtathletiker wären dabei eher befremdlich. Wünscht sich auch wirklich kein Snookerfan. Das Publikum mag im Schnitt älter sein als die Zuschauer beim Darts, auch mehr Hemden und Rollkragenpullover tragen. Aber es ist auch unfassbar gut informiert. Früh im Match realisiert die Menge, ob ein Spieler auf ein Maximum Break zusteuert, auch ohne dass ein Hallensprecher dies lauthals ankündigen muss.

Verstellt sich ein Spieler auf eine Position, läuft der Spielball zu lang oder zu kurz, ist dies am kollektiven Ausatmen des Publikums gut zu vernehmen. Ein Snookermatch lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – und eine Atmosphäre zu schaffen, in der Höchstleistungen erbracht werden können. Die aktuelle Snooker Rankings und Nachrichten lesen Sie hier. Wer etwas anderes möchte, der kann ja zum Darts oder Leichtathletik gehen.